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| Presseartikel: | |
| Die 7 Todsünden | |
| PACKENDE VERFÜHRUNG Sieben Todsünden, sieben Blickwinkel, sieben Gefühlslagen den Besuchern wurde bei der Premiere der neuesten Performance der Ulmer Tanzkompanie Strado eine ganz schöne Packung geboten. immerhin hatten sich gleich sieben Choreografen mit den einzelnen Todsünden befasst.... ....fast ein wenig schüchtern wirkte der Auftakt mit Marie-Sophie Klugers Acedia. da wurde die Trägheit ein wenig zu zärtlich ausgemalt. Natürlich lässt sich der Stolz schon ganz anders darstellen, und Cartagena hatte mit seiner wollüstigen Luxuria leichtes spiel. Aude Lenherr,....wickelte in einem packenden pas de deux, einem wahrlich prickelnden Verführungstanz, Domenico Strazzeri um den Finger. Das war mit verzweifelter Kraft in Szene gesetzt. die vier Strados, die hier auf dem Tanzboden zu erleben waren, haben allerdings auch mimisch gewonnen. Neid und Eitelkeit lebten im Quartett-Format auch von theatralischen Momenten. Wer ist der Stärkste? Wer ist die Schönste? In Meic Stephans Invidia entwickelte sich ein Wettbewerb der Selbstverliebtheit, maßlos überzogen und slapstickhaft, angetrieben von bepohaftem Jazz. Hier durfte gelacht werden. Auch in Richard Webers Gula zeigten die Vier, allen voran Christian Hageleit, schauspielerisches Talent stark, wie er im Hintergrund den tumben Fresssack gab, während Aude Lenherr und Strazzeri vorne die leiden und kurzen Glücksmomente der Magersucht in Szene setzten. Das kippte schon fast ins surreale. in Strazzeris Avaritia erlebten die Besucher synchrone Tänzer und hyperaktives Gezappel, während der Choreograf selbst mit versteinertem Gesicht minütlich zu altern schien. Ja, es waren eben nicht nur die Hebungen und kunstvollen Streckungen, die hier verzauberten, oft waren es auch die stillen und eingefrorenen Momente, ganz besonders intensiv im Finale mit Ira von Mariel Renz. als sich das Wasser in einer Glasschüssel rot gefärbt hatte und nur noch Aussichtslosigkeit blieb, brandete der lang anhaltende Beifall für die Truppe auf........ Südwestpresse Ulm, Udo Eberl, Juni 2004 >>> Programm und Probenfotos >>> |
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| Lichtgestalten |
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| Gliedmaßen
und Gesichter drücken gegen die bespannten Wände der weißen
Kabine, als wollten die Wesen, die darin leben, jeden Moment ausbrechen. Doch es geht einher: die drei Tänzerinnen öffnen den Kokon einfach selbst, bauen drei rollbare Elemente, die in der Form die Architektur des Saals aufnehmen, und binden sie in ihrer Performance mit ein. Drei Lichtgestalten, drei Temperamente.... Freigeister wollen sie sein, diese Gestalten, werden hinter ihren Paravents zu Schattenwesen. Mit Abstraktionen konfrontiert der Choreograf Domenico Strazzeri die Zuschauer.... Ganz ähnlich, aber um einiges eindrucksvoller, sollte das im zweiten Teil des Tanztheaterabends werden, denn nun war ein man im Spiel. Strazzeri selbst holt das Tier aus sich heraus, kraftstrotzend sucht er seinen Weg, entwickelt sich vom Kriechtier zum Panther. Auch die Tänzerinnen Aude Lenherr, Ursula Frühe und Marie-Sophie Kluger befreien sich tänzerisch von ihren Fesseln, und irgendwann scheint das Quartett zu verschmelzen, so fließend werden die kraftraubenden Hebungen und Überwürfe zur Musik von Philipp Glass und anderen dargeboten. Und dann ist da noch dieses beein- druckende Bild einer reduzierten Duplizität, das sich festsetzen will. Aude Lenherr und Marie-Sophie Kluger im bewegten Gleichklang, doch letztere weit hinten auf der Bühne kniend nur vom Rumpf aufwärts in Aktion. Befreit ist sie und doch gefesselt. Mehr als nur Bilder sind das. Sinnbilder. Vielleicht wird der dramaturgische Bogen mit einem allzu langen Nachhall ein wenig überzogen, doch das Publikum im restlos ausverkauften Stadthaus feierte die Akteure mit lang anhaltendem Beifall,...... Südwestpresse Ulm, Udo Eberl, Juli 2003 |
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| Zwischenräume |
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| Eine
Frau, die sich aus einem mit Federn randvoll gefüllten Glasbehälter
windet wie ein Küken aus dem Ei. Ein Mann, der mit Schutzbrille in einer Kabine sitzt und funkensprühend mit einem Schweißgerät arbeitet. Positionierung. Zwischenräume nennt Domenico Strazzeri seine neu choreografierten Miniaturen. und zwischen einer Tanzgeburt aus der Natur und dem technoirden Maschineneinsatz spielt sich eine ganze Welt ab: tierisches krabbeln, erste Schritte auf dem weg zum aufrechten Gang, kunstvoll-abstraktes Miteinander, Paarbeziehungen, menschliche Skulpturen. am Ende liegen die drei Akteure, liegen drei abgearbeitete Körper verdreht, verkrümmt am Boden. Strazzeri, Ursula Frühe und Aude Lenherr zeigten für die von Oberbürgermeister Ivo Gönner eröffnete Abendveranstaltung des internationalen Forums für Gestaltung (IFG) im Stadthaus eine spannende, ziemlich perfekt getanzte moderne....... Positionierung lautete der Oberbegriff der IFG-Tagung, aber auch Strazzeri hat sich mit seiner Compagnia Danza Strado zuletzt war er auch mit seiner Lichtgestalten- Choreographie erfolgreich in Ulm endgültig positioniert. und das Publikum strömt...... Südwestpresse Ulm, jük, Juli 2003 |
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